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3 Tipps für's Weihnachten feiern | Wenn die Familie kleiner wird.

Weihnachten und Trauer
Weihnachen | 3 Tipps für einen entspannten Heiligen Abend | Weihnachten – ich glaube, es gibt kaum ein Fest, das so verknüpft ist mit emotionalen Vorstellungen und Wünschen. Wir wünschen uns einen liebevollen, gelungenen Heiligabend und besinnliche Festtage im Kreis der Familie. Bei vielen Familien klappt das auch, aber die Realität entspricht oft nicht ganz der sternenglitzernden Wunschvorstellung. Ganz so ideal wie wir es uns wünschen läuft es eben selten, vor allem, wenn die Familie durch den Verlust eines lieben Menschen noch ein kleiner geworden ist.

Weihnachten ist jetzt auch immer ein bisschen traurig!

Wenn ich ehrlich bin, werd' ich bei der ganzen Weihnachtswerbung im Fernsehen immer ein bisschen traurig. Große Familien, kuschelige Haustiere und ganz viel Schnee. Soooo schön! Bei uns sieht das anders aus. Meine Familie war schon immer klein. Der Klassiker aus Mutter, Vater und Kind. Ich weiß, dass meine Mama und mein Papa ganz gern noch mehr Kinder gehabt hätten, aber ich hab' Euch ja schon mal ein bisschen was über die Handicaps meiner Eltern erzählt. Mit mir Wirbelwind hatten die beiden auch wirklich genug zu tun ;). 

Im Umkehrschluss hab' ich jetzt natürlich auch keine Geschwister. ↪ Kinder waren bei mir nie ein Thema. Wer möchte, kann hier noch einmal ein bisschen detaillierter lesen warum. Vor zwei Jahren ist dann ja mein lieber Papa gestorben und plötzlich war die Famile ganz klein. Meine Mama und ich. Da ist nicht viel mit lauter und lustiger Familienweihnacht. Ich weiß, dass es ganz vielen so geht. Immer mehr Single-Haushalte und viele Familien, in denen schon ein Elternteil verstorben ist. Es geht ganz vielen Mitvierzigern so wie mir. 

Für mich bedeutet das: Nur zu dritt am Weihnachtsbaum sitzen. Mein Partner, meine Mama und ich. (Die Chinchillas lass' ich lieber oben – zuviel Gewusel, Ihr wisst schon ;D). Das ist zwar immer sehr schön und wir essen und ratschen und packen die Geschenke aus… aber trotzdem, in einer so kleinen Runde wird der Verlust eines lieben Menschen immer sehr deutlich. Darüber hinaus fokussieren sich die Erwartungen, die jeder an sein gelungenens Fest stellt auf sehr wenig Menschen. Für genau solche kleinen Familien-Weihnachtsrunden hab' ich ein paar Tipps.


Tipp 1: Redet vorher miteinander!

Trauer an Weihnachten, kleine Familien zu Weihnachten
Wer erwartet was von Weihnachten? Kirche Ja oder Nein? Wer kocht? So ganz banale Dinge können dafür sorgen, dass die Stimmung kippt "Ich dachte aber wir gehen auf jeden Fall in die Kirche!" "Aber Rosenkohl mag' ich doch gar nicht!"… zack, das war's. Wenn Ihr vorher mit den Menschen die kommen über die Details sprecht, wissen alle, was sie erwartet und das macht Weihnachten auf jeden Fall entspannter.


Tipp 2: Überlegt Euch ein kleines Programm!

was kann ich an Heiligabend machen
Geschenke und Essen – das sind schon mal zwei total wichtige Points für Weihnachten, füllen aber keinen ganzen Abend. Speziell wenn es noch nicht so lange her ist, dass Ihr einen Menschen aus Eurer Familie verloren habt, kann es ganz schnell ein sehr trauriger Abend werden. Das heißt nicht, dass Ihr Euch nicht liebevoll erinnern sollt, aber ein bisschen Weihnachtsfreude muss auch sein. Wir machen es in diesem Jahr so, dass sich jeder von uns dreien entweder eine längere oder zwei kürzere Weihnachtsgeschichten aussucht, die er den anderen beiden vorliest. So lässt sich ein Heiligabend gut verbringen! Weiterer Vorteil: schon beim Aussuchen der Geschichten kommt weihnachtliche Stimmung auf und hoffentlich auch ein bisschen Vorfreude.


Tipp 3: Haltet an Traditionen fest
und findet neue!

Tipps für kleine Runden an Weihnachten
"Ach, jetzt wo Papa nicht mehr ist, brauche ich keinen Weihnachtsbaum mehr…" Doch! Jetzt erst recht! Wenn es etwas gibt, das für alle Familienmitglieder wichtig war, besteht kein Grund, das nach dem Verlust eines Familienmitgliedes zu lassen. Im Gegenteil, es gibt kaum einen schöneren Anlass aktiv die Erinnerung zu leben. Mein Papa hat zum Beispiel Weihnachtsbäume geliebt und jedes Jahr gesagt: "Also das ist das schönste Bäumchen, das wir je hatten!" Jetzt übernimmt den Part meine Mama und wir schmunzeln immer ein bisschen, weil wir uns ganz sicher sind, dass es sonst Papa gesagt hätte. Außerdem stellen wir zu Weihnachten zu Papas Foto jetzt immer eine Kerze – das wird unsere neue Tradition werden.

Wie feiert Ihr Weihnachten? Groß oder auch eher klein? Wieviele seid Ihr "unterm Baum"?

Besinnliche Grüße!
Eure Chrissie
Vielen Dank an pixabay für die schönen Bilder!
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Kommentare

  1. Da kullern mir jetzt die Tränen. Dein Beitrag ist sehr berührend und ja, es stimmt, wir Ü40er haben schon viele Verluste erlebt. Als meine Oma gestorben ist, war die alte Tradition hin, wie wir fast 40 Jahre Weihnachten gefeiert hatten. Da standen wir auch erstmal hilflos da, was wir nun machen. Aber es finden sich immer neue Traditionen, man darf nicht aufgeben. Ja, wir reden auch schon Anfang Dezember darüber, was wir kochen werden. ;-)

    Liebste Grüße,
    Moppi

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  2. Ein sehr schöner Beitrag und ja...wir sind un auch ohne Eltern und Schwiegereltern. Diesen Sommer ist meine Mutter gestorben...sie war die Letzte. Die Nächsten sind wir...erschreckend!
    Nun sind wir noch zu Dritt: Mein Mann, meine Tochter und ich. Leider ist mein Mann ein Weihnachtsbanause. Noch dazu hat er am 25.12. Geburtstag und wünscht sich jedes Mal nur Ruhe... Das kommt von seiner Familie, die auch nie wirklich viel Festlichkeit an den Tag gelegt hat. Bei uns zuhause wurde gebetet, Weihnachtsgeschichten vorgelesen und auch in die Kirche gegangen. Ich bin zwar nicht religiös, aber die Mette finde ich wäre fast Pflicht zu besuchen, wenn wir sonst schon das ganze Jahr nicht in die Kirche gehen. Da stand ich aber alleine da....zuerst wollte Mann nicht, dann war das Kind zu klein und die Mette zu spät usw. Nun verbringt Töchtern bereits mehr Zeit beim Freund...
    Deswegen sind wir am Heiligen Abend bei meiner Schwester und Mann oder sie sind bei uns. Sie hat auch sonst niemanden mehr und so sitzen wir zu Fünft am Tisch und nach der Bescherung und dem Essen spielen wir immer ein paar Spiele. Mit dem KOchen wechseln wir uns ab oder wir teilen das Menü auf.
    Ein richtiger Ablauf wie damals bei meinem Papa gibt es seitdem aber nicht mehr und auch die anderen Geschwister haben keine Zeit sich mit uns zu treffen....oder wollen eben nicht. Nun, dann ist das eben so...man muss das Beste daraus machen.
    Liebe Grüße
    Martina

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  3. Das glaub ich Dir aufs Wort.
    Wir haben ganz bewußt nach dem Tod meiner Mutter die Modalitäten geändert. Und feiern seitdem konsequent bei den anderen Großeltern.
    Halt die Ohren steif, es wird besser.
    LG Sunny

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  4. Ich finde es auch ganz wichtig an Traditionen festzuhalten, bzw. sich neue zu schaffen. Das mit dem ganz kleinen Weihnachten ist bei mir ähnlich, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Jahrelang war der Heilige Abend für mich: Mama, Papa, Opa, Oma und ich. Irgendwann war Opa nicht mehr da, aber alles andere blieb mehr oder weniger beim alten. Vor ein paar Jahren dann lernte ich meinen Schatz kennen und er sagte mir, er wolle am Heiligen Abend niemandem auf die Nerven gehen und deshalb lieber zu Hause bleiben. Damit er nicht alleine war, fuhr ich nicht zu Oma, sondern zu ihm. Hätte ich geahnt, dass es Omas letztes Weihnachten sein würde, hätte ich mich wohl anders entschieden. Seitdem feiern wir den Heiligen Abend alleine als Paar und besuchen die Eltern dann an den Feiertagen. Es ist ganz schön so, ich bestehe auf Kartoffelsalat und werde dieses Jahr auch auf den Kirchgang bestehen (zwei Traditionen, die aus der Zeit mit Oma stammen ), aber trotzdem vermisse ich mein Familienweihnachen, das ich bis Anfang 30 feiern durfte und das es jetzt so nicht mehr geben kann.

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